Donnerstag, 24. August 2017
   
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Der Innenraum der Typschiffe

Der Innenraum der Typschiffe sollte ähnlich wie bei Reisebussen gestaltet werden: Modern, gemütlich aber auch zweckmäßig. Trotz vieler fortschrittlicher Ideen machten die Planer einen Fehler: Die Deckenhöhe auf den Typschiffen war viel zu niedrig. Außerdem stanken die Toiletten.

Kirchdorf 13 Bei der Ausgestaltung der Innenräume wurde streng darauf geachtet, dass diese zweckmäßig eingerichtet wurden. Deswegen war gewünscht, möglichst große Fahrgasträume zu schaffen, damit möglichst viele Menschen an Bord Platz haben. Aus diesem Grund wurde im Fahrgastdeck auf Stützpfeiler und Motorschächte verzichtet (Es gibt nur eine Motorluke im Boden nahe des Eingangs). Damit die Inneneinrichtung einfacher eingebaut werden kann, wurde das Hauptdeck zum Bug und Heck hin kaum hochgezogen - so sparte man z. B. Maßanfertigungen für Sitzbänke auf der „schiefen Ebene“. Erstmals entfiel also bei HADAG-Dampfern im Schiffsinneren der bis dahin übliche und außen deutlich sichtbare Sprung.

Der Komfort der Einrichtung war für die damalige Zeit relativ hoch. Das lag daran, dass die Schiffe eben nicht nur für den  Hafenfährverkehr eingerichtet waren (bei dem der Fahrgast das Schiff nach kurzer Zeit wieder verlässt), sondern auch für längere Ausflugsfahrten auf der Unterelbe und die Hafenrundfahrt. Da musste schon ein gewisser Komfort her - ähnlich wie bei Reisebussen. Insgesamt gibt es bei den „Typ III-Schiffen“ 155 Sitzplätze im Hauptdeck.

Auf den Liniendampfern (nach Finkenwerder, Harburg...) stand achtern im Hauptdeckssalon eine kleine Box für den Kassierer mit Sitz und Kasse und einer Verkleidung, damit die einströmende Kalt-/Zugluft nicht zu sehr störte. Eine winzige Kammer hatte er außerdem unter dem Aufgang zum Oberdeck im Maschinenraumschacht. Die Box wurde später zurückgebaut, an Land gab es längst Fahrkartenautomaten. Zur Niederelbe wurde allerdings weiterhin mit Kassierer gefahren, doch hatte dieser keinen eigenen Platz mehr. Sein Drucker verschwand nach dem Kassieren in einem Schrank neben dem Eingang.

Nichts für große Menschen: Die Deckenhöhe im Hauptdeck war zu niedrig

Als großes Manko zeigte sich später die geringe Deckenhöhe auf dem Hauptdeck, weil in der Decke Fächer für Rettungswesten eingebaut waren. Das war zwar an sich praktisch, ließ aber nicht sonderlich viel Kopffreiheit für größere Fahrgäste. Ähnliches galt für die damals fortschrittliche Warmluftheizung, deren Luftstrom ebenfalls über die Decke in den Fahrgastraum gelangte. Wärme steigt bekanntlich nach oben, es dauerte daher recht lange, bis die Fahrgäste warme Füße bekamen, zumal die großen Türen im Fährverkehr stets jede Menge Kaltluft einließen. Wenn möglich, wurden daher im Winter die achteren Einstiege benutzt.

Stinkige Angelegenheit: Das Toiletten-Problem wurde nie zufriedenstellend gelöst

Kirchdorf 12 Die Toiletten waren bei den ersten Typ-Schiffen im Heck untergebracht. Bei den später gebauten Schiffen verlagerte man diese Räume unter die Vorschiff-Haube. Der Grund: Die Sitzplätze am Bug waren nicht sehr beliebt, da man kaum Sicht nach draußen hatte. Wegen des erhöhten Bugs konnte man nur im Stehen die Aussicht genießen. Durch die Verlegung der Toiletten war es möglich, das Hauptdeck am Heck mit großen Fensteröffnungen zu versehen, von denen aus man eine hervorragende Aussicht hat. Noch ein Vorteil bei den Toiletten im Bug: Die achterlichen Toiletten hatten in kalten Wintern die (seltene) dumme Angewohnheit, einzufrieren. Die Besatzung konnte da nur noch mit kochendem Wasser gegenan gehen.
Ein Nachteil der Toiletten im Bug war aber, dass (gerade im Sommer) der Geruch durch den Fahrtwind im ganzen Schiff verteilt wurde. Außerdem hatte man auf diesen Schiffen keine Möglichkeit mehr, direkt nach vorne zu schauen.

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