Donnerstag, 24. August 2017
   
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Die Besatzung der Typschiffe

Die Besatzung der Typschiffe wurde über die Jahrzehnte immer kleiner. Von ehemals fünf Besatzungsmitgliedern blieben zum Schluss nur noch zwei übrig. Dabei gab es neben den Maschinenräumen im Unterdeck sogar großzügig ausgestattete Mannschaftskabinen, in denen anfangs auch oft übernachtet wurde.

alte HADAG-Besatzungen In den Anfangsjahren fuhren alle Typschiffe mit fünf Mann Besatzung:

1 Schiffsführer
1 Steuermann (bzw. Kassierer)
2 Decksmänner (davon ein ausgebildeter Matrose)
1 Maschinist

Bei den kleineren "Typ II-Schiffen" gab es in der Regel nur einen Decksmann.

Der Maschinist wurde bereits in den 60er Jahren nach und nach eingespart. Eigentlich war dieser Posten auch gar nicht nötig, da die Maschine direkt vom Schiffsführer aus dem Ruderhaus gesteuert wurde. Die HADAG hatte aber von den alten Dampfschiffen noch so viele Maschinisten "übrig", die man nicht auf einen Schlag entlassen wollte/konnte.

alte HADAG-Besatzungen Die Arbeit in der Maschine übernahmen die Schiffsführer. Sie ließen also die Maschinen an, schmierten sie bisweilen ab, trimmten Tanks usw. Die Maschinisten bezogen Quartier an Land und gingen nur dann an Bord, wenn größere Wartungsarbeiten anstanden oder eine Störung eintrat, die der Schiffsführer nicht selbst bzw. allein beheben konnte. Am Hübener-Kai hatten die Maschinisten eine größere Werkstatt, sie hatten aber auch eine kleine am Hafentor (Landungsbrücken, Brücke 1), und früher waren auch welche in Finkenwerder auf Abruf bereit.

Im Laufe der Jahre wurden auch der zweite Decksmann und der Steuermann eingespart. Zuletzt bestand die Besatzung also nur noch aus zwei Mann - dem Schiffsführer und dem Decksmann.
Nur auf den Unterelbefahrten kommt/kam noch bis heute ein zweiter Decksmann dazu, der auch gleichzeitig als Kassierer fungiert. In der Rundfahrt kam der Erklärer hinzu.

alte HADAG-Besatzungen Zur Unterbringung der Besatzung gab es im Unterdeck der Typschiffe mehrere Kammern und Kojen. Auf den Schiffen vom "Typ II" waren es zwei Schlafkammern, bei den "Typ III-Schiffen" drei. Eine eigene Nasszelle hatte die Besatzung nicht, nur ein kleiner Handstein mit fließendem Kaltwasser hing im Vorraum. Und das dort anfallende Abwasser mußte mit einer Handpumpe außenbords gedrückt werden...

Einige Besatzungen (vorwiegend solche aus dem Alten Land) blieben im Sommer schon mal eine ganze Woche an Bord. Sie hatten dann unten noch einen einfachen Zweiplattenkocher. Nicht selten roch dann das ganze Schiffe nach dem zuvor gebratenen Fisch oder anderen "Delikatessen".

Grundsätzlich gab es Schiffe, die stets von einer Stammbesatzung gefahren wurden, während andere mehr oder minder wechselnd besetzt wurden. Eine kleine Gruppe von Schiffsführen fungierte als Springer, diese waren in der Lage, praktisch alle Schiffe zu fahren. Sie kannten nicht nur die jeweiligen Eigenheiten der Schiffe, sondern auch so simple Dinge, wie das Versteck der Schlüssel! Außerdem unterschieden sich die Schiffe technisch, so dass auch hier umfangreiche Kenntnisse erforderlich waren. Diese Springer lösten an einzelnen Tagen oder für mehrere Wochen zur Urlaubszeit ab. Oder sie besetzten freie Schiffe, um bestimmte Dienste zu verstärken oder anderweitig eingesetzte Stammschiffe zu vertreten.

So konnte es durchaus passieren, dass der Springer morgens mit einer Barkasse unterwegs war, nachmittags dann mit der "Max Brauer" oder einem der Typschiffe usw.

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