Samstag, 25. März 2017
   
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Lebenslauf Altenwerder

Altenwerder I 1 Die "Altenwerder" war in den 60er Jahren das erste Typschiff, das "ganz in weiß" durch den Hafen fuhr. Die Fähre war ein beliebter Partydampfer - bis sie eines Tages in der Werft vom Slip kippte und in der Elbe versank.

Alle Daten im Kurzüberblick:

Schiffstyp Typ II
23.06.1953 Stapellauf
24.09.1953 Ablieferung
00.03.1967 Wiederindienststellung nach Umbau zum Rundfahrtschiff
00.01.1979 Werftunfall/Totalschaden
24.04.1979 Verkauf an Günter Bätjer
00.00.1988 Verkauf an den Förderkreis Haus der Jugend Finkenwerder e.V.
00.00.2001 Beginn des Umbaus zum Veranstaltungsschiff. Dauerliegeplatz: Traditionshafen Finkenwerder
seit 2011
zum Finkenwerder Adventsmarkt Verholung zur Innenkante der Finkenwerder Landungsbrücke für einige Tage 

Die ausführliche Geschichte:

Die "Altenwerder" gehörte zur ersten Bauserie der Typ II-Schiffe und war mit einem diesel-elektrischen Antrieb ausgerüstet. Sie lief am 23.06.1953 bei den Ottensener Eisenwerken vom Stapel (Baunr. 470).
Bereits drei Monate später, am 24.09.1953 konnte die "Altenwerder" an die HADAG übergeben werden. Das unmittelbare Schwesterschiff ist die "Harburg".

Im März 1967 wurde die "Altenwerder" als erstes Typschiff speziell für die Hafenrundfahrt umgebaut, die Veränderungen umfasste u.a. eine neue Inneneinrichtung, eine äußerliche Angleichung an den Typ IIR und einen weißen Außenanstrich. Weitere Typ II Schiffe wurden nach diesem Muster umgebaut (u. a. "Reeperbahn")

26 Jahre versah die "Altenwerder" ihren Dienst im Hamburger Hafengebiet ohne größere Zwischenfälle. Sie wurde hauptsächlich in der Hafenrundfahrt, gemeinsam mit der "Harburg" und der "Reeperbahn" eingesetzt. Außerdem startete sie regelmäßig zu Partyfahrten. Wohl auch deshalb benannte man nach ihrem Totalverlust die "Steinkirchen" in "Altenwerder" um, denn diese übernahm fortan die Touristikfahrten.

Im Januar 1979 wurde die Fähre zu Reparaturarbeiten in die Werft v. Cölln nach Finkenwerder gebracht, weil die "Altenwerder" bei Eisgang mit der Pontonanlage Arningstrasse kollidierte. Während des Werftaufenthalts rutsche das Schiff vom Slip und stürzte mit dem Bug voran ins Wasser. Die entstandenen Schäden waren so groß, dass die "Altenwerder" als Totalverlust abgeschrieben werden musste.

Am 24.04.1979 kaufte der Typschiff-Liebhaber Günter Bätjer (bekannt als "Schnalle") das Schiff zum symbolischen Preis von 1000 DM. Zu diesem Zeitpunkt war die Maschinenanlage weitgehend demontiert. Das Schiff wurde auf eine Werft in Neuhaus an der Oste überführt, lag dort für ein Jahr bis die Werft in Konkurs ging. Dann verholte das Schiff in den ehemaligen Hafen der Mobil Oil in Wedel (später Schnalles Hafen) als Sommerliegeplatz und an den Anleger Teufelsbrück als Winterliegeplatz. 1985 wurde es endgültig nach Wedel (bei Hamburg) in den damals neu eröffenten "Schnalles Hafen" überführt, wo es mehrere Jahre ohne Beschäftigung auflag. Es sollte eigentlich die Antriebsanlage der "Stadersand" erhalten, die dann aber die "Reeperbahn" erhielt.

1988 gelang es Mitgliedern des "Förderkreises Haus der Jugend Finkenwerder e.V.", die "Altenwerder" zum Schrottpreis zu übernehmen. Das Schiff war zu diesem Zeitpunkt ausgeschlachtet.

In mühevoller Kleinarbeit wurde der Rumpf per Hand von den Vereinsmitgliedern entrostet und konserviert. Die "Altenwerder" bekam einen neuen, dauerhaften Liegeplatz im Traditionshafen von Finkenwerder.

Im Jahr 2001 wurde das Schiff auf der Buschmann-Werft komplett entkernt. Die Treppenaufgänge wurden verbreitert, neue Böden wurden gelegt und die Backbordtür im Hauptdeck durch ein Fensterelement ersetzt.

Ab 2002 begann der Innenausbau zu einem Veranstaltungsschiff.

Die "Altenwerder" ist seit dem Werftunfall nicht mehr fahrfähig, im Bereich des Haupt- und Fahrmaschinenraums wurde inzwischen ein Theatersaal eingebaut, im Rahmen dieses Umbaus wurden auch die Niedergänge ins Unterdeck "besucherfreundlicher" gestaltet..
Mehr Infos zur "Altenwerder" gibt es auf der Seite des "Haus der Jugend Finkenwerder e.V."

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