Montag, 11. Dezember 2017
   
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Lebenslauf Bergedorf

Bergedorf Die "Bergedorf" war ein kleiner Pechvogel in der Typschiff-Flotte. Nach einer Schiffskollision in den 70er Jahren raste der Dampfer 1982 mit Vollgas gegen einen Ponton. Inzwischen verbringt die "Bergedorf" einen ruhigen Lebensabend als Restaurantschiff in Hamburg.

Alle Daten im Kurzüberblick:

Schiffstyp Typ III b
21.10.1954 Stapellauf
24.02.1955 Ablieferung
26.02.1978 Kollision im Nebel vor der Überseebrücke mit Frachter THIASSI
01.09.1997 Verkauf an Just Kleinhuis, Hamburg im Museumshafenverein Övelgönne
07.12.1997 Übergabe im Museumshafen Övelgönne. Dort als Restaurantschiff vertäut. Regelmäßig in Fahrt, u.a. Hafengeburtstag, Osterfeuer, Verkehrshistorischer Tag.
01.08.2016-06.09.2016
Werftzeit bei der Behrens-Werft in Finkenwerder. Aufbauten mit neuem
Farbaufbau versehen, neue Fenster, Rostschutz erneuert, Böden teilw. erneuert.

Die ausführliche Geschichte:

Die "Bergedorf" lief am 21.10.1954 vom Stapel der Stülcken-Werft in Hamburg und gehörte zur Typ IIIb-Serie - der ersten "richtigen" Bauserie, nach dem Typ III-Prototypen "Finkenwerder".

Die "Bergedorf" war (nach der "Finkwerder" und der "St. Pauli") das letztgebaute Typschiff der Stülcken-Werft. Da die Werft ohnehin nicht viele Erfahrungen mit dem Bau von kleinen Schiffen hatte und in den 50er Jahren mit Großaufträgen der Bundesmarine ausgelastet war, wurden alle weiteren Bau-Aufträge der HADAG dankend an andere Werften abgegeben.

Am 24.02.1955 wurde die "Bergedorf" an die HADAG abgeliefert. Ein besonderes Merkmal war, dass das Schiff (als einziges Typ III-Schiff) eine Schlepplampe - also eine zweite Topplaterne - besaß. Bei Maschinenausfall eines anderen Typschiffes der HADAG brauchte daher kein Schlepper gerufen zu werden, sondern die "Bergedorf" ging längsseits zum Schleppen.

Die "Bergedorf" war neben Linieneinsätzen im Hamburger Hafen viel auf der Niederelbe unterwegs (zusammen mit "Jungfernstieg" und "Moorburg"). An Hochsaison-Tagen gab es zeitweise halbstündliche Abfahrten von den Landungsbrücken ins Alte Land.

Am 26.02.1978 kollidierte die "Bergedorf" im Nebel vor der Überseebrücke mit der "Ms Thiassi".

Nach einer Kollision im Nebel mit voller Fahrt am 16.04.1982 mit dem Anleger Tollerort bleibt dieser für einige Wochen gesperrt.

Bei einem Umbau wurde die "Bergedorf" (wie alle Typ IIIb-Schiffe) nachträglich mit einer großen Dachluke im Oberdeck ausgestattet. Dieses Schiebedach wurde oft bei Niederelbefahrten geöffnet.
Außerdem wurden noch Dachfenster jeweils über den Tischen des Oberdecks parallel zu den Seitenfenstern eingebaut. Damit war das Schiff angenehm hell an Deck. Leider wurden die Fenster im Laufe der Jahre undicht, so dass man sich schließlich entschied, diese zuzuschweissen, anstatt dauernd die Dichtungsgummis zu wechseln. Mann kann die Schweißnähte im Dach noch heute gut erkennen.

Im Jahr 1997 wurde die "Bergedorf" - als letztes HADAG-Schiff vom Typ IIIb - außer Dienst gestellt und am 01.09.1997 an Just Kleinhuis verkauft, der das Schiff auf einer Werft gründlich überholen und zu einem Restaurantschiff umbauen ließ.

Seit dem 07.12.1997 liegt die ehemalige Hafenfähre im Museumshafen Övelgönne (Hamburg) als Restaurantschiff.

Die "Bergedorf" ist weiterhin fahrfähig, d.h. sie besitzt eine gültige Fahrerlaubnis, wird regelmäßig vom Schiffs-TÜV (SUK) inspiziert und von ehrenamtlichen Helfern geplegt.

Zu besonderen Anlässen ist das Schiff im Fahr-Einsatz - z.B. bei Hafengeburtstagen oder beim jährlichen "Verkehrshistorischen-Tag".

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