Samstag, 25. März 2017
   
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Lebenslauf Kirchdorf

Kirchdorf am 15.2.2008 auf Hafenrundfahrt Die "Kirchdorf" ist nicht tot zu kriegen: Bis heute dreht die Fähre ihre täglichen Runden durch den Hamburger Hafen und darf sich damit rühmen, das letzte Typschiff in der HADAG-Flotte zu sein.

Alle Daten im Kurzüberblick:

Schiffstyp Typ III c
21.03.1962 Ausdockung
20.07.1962 Ablieferung
30.01.1985 Die "Kirchdorf" bleibt auf der Fahrt von Finkenwerder in einer Eisbarriere stecken. Das Schiff wird aber nur leicht beschädigt
00.00.1989 Gestaltung als "Kinderschiff" zum 800sten Hafengeburtstag
22.08.1989 Kollision im Nebel mit dem zypriotischen Frachter "Nordica"vor Finkenwerder
00.00.1998 Außenanstrich als schwimmendes Kunstwerk "Völkerfreundschaft" von Nina Grossmann gestaltet
00.12.1999 Nach aufwändigem Refit bei der Schiffswerft v. Cölln / Finkenwerder u.a. Glasluke zum Maschinenraum, neue Fenster, Toilettenanlage modernisiert, wieder in Dienst
00.11.2001 Indienststellung als Traditionsfahrzeug der HADAG, grün-weiße Farbgebung, neues Mobilar, und Böden. Fast ausschließlich Einsatz in der Hafenrundfahrt, ausnahmsweise als Verstärker im Liniendienst. Charterschiff
00.00.2005 Ausrüstung mit elbkartengestütztem Radarsystem
00.00.2007 Einbau eines multi-voice-Systems für fremdsprachige Fahrgäste
00.03.2008 Ausrüstung mit einem Auffangtank für Abwässer

Die ausführliche Geschichte:

Die "Kirchdorf wurde 1962
als eines der letzten Typschiffe gebaut (Bauwerft: J.J. Sietas, HH-Neuenfelde, Baunummer 503).
Wie die anderen drei Motorschiffe dieses Typs auch, fuhr die "Kirchdorf" fast immer oben ohne, also ohne das abnehmbare Aludach über dem großen Freideck. Einsatzgebiet der "Kirchdorf" war viele Jahre die Finkenwerder Linie. Obwohl auch auf der Sietas Werft gebaut, hat die "Kirchdorf" eine etwas andere pneumatische Umsteueranlage im Ruderhaus. Auf den Bildern aus dem Ruderhaus ist zu erkennen, dass die Fahrhebeleinheit sehr groß ist, während diese z. B. bei der "Tonndorf" kleiner und handlicher ist.

Der Antrieb dieser Motorschiffe unterschied sich zunächst baulich von dem der sonst in den Typschiffen üblichen diesel-elektrischen Anlage. Es entfiel der große Generator und natürlich der elektrische Fahrmotor. Dafür wurde ein pneumatisch gesteuertes Wendegetriebe erforderlich. Während der Schiffsführer beim DES praktisch ohne Rücksicht auf Verluste von voraus auf zurück umsteuern konnte - und das so oft und so schnell hintereinander, wie nötig - sollte der Schiffsführer eines Motorschiffes etwas vorsichtiger zu Werke gehen. Um den Antrieb schonend zu fahren, war es sinnvoll, zunächst einzukuppeln, bevor der Hebel auf den Tisch gelegt wurde. Eine eigens installierte Kontrollleuchte zeigt an, wann eingekuppelt ist. Zum Glück war die Technik robust genug, um auch die weniger gefühlvolle Fahrweise mitzumachen.

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